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Diese Farbvariante bekommt ihre „besondere Note", durch die mehrfach gebänderten Haare, welche dadurch dreifarbig werden. Aus diesem Grund könnte man annehmen, dass es sich um wildfarben (a^w auf A-Locus) handelt, dies wurde jedoch durch Gentests ausgeschlossen! Die Farbe erinnert an das sog. Pfeffer und Salz oder an das Fell eines sablefarbenen Frettchens.

Diese Haarbeschaffenheit bewirkt ein unübertroffenes Farbenspiel. Man könnte es fast mit den so genannten „Flip-Flop" Farben beim Autolack vergleichen.
Das Fell verändert die Farbe je nach Lichteinwirkung (oder Wärmeeinwirkung?), es erscheint einmal silbergrau, fast schwarz, oder wie mit Goldschimmer durchzogen. Diese Farbe muss man in Natura gesehen haben, auf Fotos kommt das Farbenspiel leider nicht perfekt zur Geltung. Die Unterwolle des Silbergrauen ist sehr hell, fast weiß...

Die Deckhaare sind unterschiedlich aufgehellt und dadurch "gebändert". Die Haare des Aalstrichs sind jedoch durchgehend Schwarz.

Nr. 1: Am Ohransatz helle Streifen, diese sieht man nur im Welpenalter. Nr. 2: Die hellen "Flügel"         Nr. 3: Die Füsse sind sehr dunkel bis schwarz.   Jedoch nicht die Ballen!

Die Maske des Silbergrauen ist weit ausgedehnt und erstreckt sich bis zum Ohransatz. Von dort verläuft sie als dünner Strich direkt in den meist breiten Aalstrich (4). Die Halspartie (1) ist sehr dunkel bis schwarz, von dort zieht sich die dunkle Farbe über den Bauch (2) und die Innenseite der Beine (3) Die Pfoten sind wieder sehr dunkel bis schwarz. (3)










                                   

                        Die Pfotenballen können im Welpen- und Junghundalter alle Nuancen von Rosa bis Anthrazit haben. Auch die Nägel sind nicht immer Schwarz.

Hier sieht man sehr schön, daß die Eumelanin-Maske auch zu Braun aufgehellt sein kann. Sie erstreckt sich über den gesamten Kopf. Die Innenseite der Beine ist sehr dunkel bis schwarz. Die hellen Schulterpartien "Flügel" bleiben auch im erwachsenen Alter.
Foto Copyright Sandra Peterson

Hier sehen Sie den dünnen Vortsatz der Maske hin zum breiten dunklen Aalstrich.
Foto Copyright Sandra Peterson


ACHTUNG Verwechslungsgefahr!
Es gibt einen neueren Farbschlag der Silbergrau optisch sehr ähnlich sieht. Er wird allgemein als Platinum bezeichnet. Leider werden von Züchtern platinumfarbene Hunde immer wieder als Silbergrau oder Silver-Grey angeboten. Der echte Silbergraue unterscheidet sich jedoch sehr wohl von Platinum, vor allem in den Genen. Der "echte" Silbergraue wurde unter der Farbbezeichnung Peterson Silbergrau® geschützt. Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des FMC - Freier Mopsclub.



Leider konnten die jüngsten DNA-Tests nur etwas “Licht ins Dunkel” bringen, das größte Geheimnis behält diese außergewöhnliche Farbe noch für sich, nämlich seine genetische Herkunft.   Wie viele wissen, gingen wir davon aus, dass unser Silver/Grey im Genotyp beige (k^y/k^y) ist. Ohne Gentest und rein nach den Zuchtergebnissen, war es so anzunehmen. Warum? Ganz einfach, der Silbergraue vererbt niemals Schwarz und wie wir wissen ist dies die dominanteste Farbe im Genom des Hundes!   Bei Silbergrau/Beige Verpaarungen kommen nur beige und silbergraue Welpen hervor. Wäre also die Farbe Schwarz im Spiel müsste sich diese doch durchsetzen, oder? Tja, die Natur geht ihre eigenen Wege.
In einem Wurf 2010 aus einer Silbergrau/Schwarz (mischerbig) Verpaarung befanden sich, 1 x Beige, 2 x Schwarz und 2 x Silbergrau. Dies war so zu erwarten, denn wir wussten, dass bei Silbergrau/Schwarz Verpaarungen auch schwarze Welpen fallen können, weil ja das “Schwarze Gen” K^B vom jeweils schwarzen Elterteil vererbt wird.   Zu dieser Zeit habe ich jedoch von Silbergrauen Welpen gehört die in, auch sehr angesehenen, Zuchtstätten in USA, aus Schwarz/Beige Verpaarungen hervorgekommen sind. Die Schwarzen aus diesen Verpaarungen stammten jedoch auch aus Schwarz/Schwarz Verpaarungen, es war in deren Pedigree kein Silbergrauer ersichtlich. Das machte mich doch etwas stutzig und so entschied ich mich, die schwarzen und silbergrauen Welpen sowie unseren Rüden Stoney auf dem K-Lokus testen zu lassen. Das Ergebnis ließ mich beinahe vom Stuhl fallen.  Stoney, wie auch die beiden silbergrauen Welpen sind im Genotyp heterozygot Schwarz, also K^B/k^y ?! Die beiden schwarzen Welpen waren, 1 x K^B/k^y  also heterozygot und 1 x K^B/K^B also homozygot Schwarz.
Ich konnte es nicht fassen und hatte Zweifel am Testergebnis, dies teilte ich auch dem Labor LABOKLIN mit. Diese waren so zuvorkommend und haben extra für mich die Tests in einem der größten Labors in USA (VetGen) bestätigen lassen! Es ist also Fakt, dass der Silbergraue im Genotyp Schwarz ist!
Wie kann das sein? Schwarz ist doch die dominanteste Farbe? Warum ist der Hund nicht schwarz im Phänotyp?
Eine Dilution durch d/d, konnte ich zu diesem Zeitpunkt bereits ausschließen, denn Anfang 2010 nahm sich die Uni Bern bereits unserer Silbergrauen an und teste die mit ihrem patentierten Gentest auf Dilution. Es gab zwar auch hier ein überraschendes Ergebnis, doch dies betraf nicht unseren Rüden Stoney. Er trägt KEINE Dilution, wurde als D/D getestet!
Wir haben inzwischen alle zu diesem Zeitpunkt “testbaren” Loki bei Stoney auswerten lassen, dies ist das Ergebnis:   a^y/a^y  -  B/B  -  D/D  -  E^M/E^M  -  K^B/k^y  -  und zu guter letzt der sogenannte Silver-Lokus (Merle-Faktor) mit m/m, was heißt dass KEIN Merle Faktor vorhanden ist !   Daraus ist zu erkennen, dass KEIN bekanntes Gen vorhanden ist welches die schwarze Farbe verdünnt, aufhellt oder “verhindert”. Laut diesen Ergebnissen müsste Stoney also SCHWARZ sein !! Tja, aber das ist er und alle anderen Silbergrauen eben nicht!   Meine Theorie ist, dass es sich um ein zusätzliches Gen handelt, welches co-dominant zu K^B ist und die Eumelaninproduktion teilweise verhindert, eventuell ein abgeschwächtes  Tyrosinase-Gen.
 
Ich habe bis jetzt KEINE andere Hunderasse entdeckt in der es diesen oder einen ähnlichen Farbschlag gibt. Bei meinen Recherchen bin ich aber auf das “Marderkaninchen” gestoßen, der sogenannte Typmarder, der Marder braun und der blaue Marder haben fast die gleiche Farbgebung wie unsere Silbergrauen. Und laut Studien des Genetikers Dr. Hochstrasser, kommt die Farbgebung beim Marderkaninchen durch ein Tyrosinase-Gen zustande. Auch bei einigen Rassen der Katze gibt es ähnliche Farben, denen dieses Gen zugrunde liegt.
Ein deutliches Kennzeichen dieser Farbgebungen ist die Tatsache, dass die Farbverteilung auf dem Körper von der Körperwärme abhängig ist.

Marder braun
Foto: Thomas Seidewitz

Anhang zur Info: Bei den Test der Uni Bern bezüglich Dilution wurde festgestellt, dass es Silbergraue mit Dilution gibt (d/d), diese hat jedoch so gut wie keine Auswirkung auf dessen Phänotyp. Erstaunlich ist jedoch, dass bei dem mit Dilution gestesteten Tier, das zweite Allel d von einem beigen Mops aus einer sehr bekannte US-Zuchtstätte stammte. Wir können also davon ausgehen, dass unsere Möpse durchaus auch das Dilute-Gen in sich haben!

Es gibt immer noch einige offenen Fragen zur “Silbergrau-Vererbung”, z.B.:   1. Gibt es“Silbergrau-Träger”?
Wenn wir von oben genannter Theorie ausgehen: JA, jedoch nur bei schwarzen Nachkommen.
Wie ich berichtete war ein schwarzer Welpe aus unserem Wurf homozygot Schwarz, also K^B/K^B. Das heißt er trägt ein “normales” K^B von seinem schwarzen Elterteil und ein K^B mit der “Anhaftung” des Tyrosinase-Gens also Silbergrau, bezeichnen wir dieses mal als K^B SG
Das schwarze Gen ist immer noch dominant, also ist der Hund im Phänotyp Schwarz. Jedoch müsste dieser Hund nun ein “Silbergrau-Träger” sein, denn sein zweites K^B trägt das “Silbergrau-Gen”. Bestätigen kann uns diese Theorie nur weitere Zuchtarbeit! Bei Verpaarung  mit einem beigen Mops, müssten ja dann auch silbergraue Welpen fallen! Wir werden es sehen…..   2. Gibt es homozygot Silbergrau?
Wenn wir von oben genannter Theorie ausgehen: JA
In einer deutschen Zuchtstätte fielen aus einer Silbergrau/Silbergrau Verpaarung neben beigen auch zwei silbergraue Welpen. Diese Welpen wurden auf dem K-Lokus getestet, das Ergebnis war: 1 x K^B/k^y also laut unserer Theorie K^B SG /k^y und 1 x K^B/K^B also laut unserer Theorie, da im Phänotyp Silbergrau K^B SG/K^B SG  also theoretisch ein homozygot (reinerbig) Silbergrauer!! Bestätigen kann man diese Reinerbigkeit derzeit nur durch Zuchtergebnisse. Dieses Tier dürfte bei Verpaarungen mit beigen Tieren, nur silbergraue Nachkommen “produzieren”.


- UPDATE -

August 2017: Durch gezielte Zuchtarbeit ist es uns gelungen, den Erbgang von Silbergrau weiter zu entschlüsseln! Unsere oben genannte Theorie hat sich bestätigt. Bei Silbergrau muss es sich um ein eigenes Gen auf dem K-Lokus handeln.
Silbergrau kann "verdeckt" von schwarzen Tieren aus Silbergrau/Schwarz Verpaarungen getragen und weiter vererbt werden! Aus den neuen Ergebnissen wissen wir nun auch zu 100%, dass Silbergrau NICHT von beigen Nachkommen aus Silbergrau-Verpaarungen getragen oder vererbt werden kann!!

ES GIBT KEINE BEIGEN SILBERGRAUTRÄGER!!


Wir hoffen nun, durch nochmalige Prüfung durch unser Labor, das betreffende Gen isolieren zu können.




Hier noch ein kleiner Überblick der Farbvererbung des Silver/Grey, basierend auf der Zuchtarbeit von Sandy Peterson und Auswertung einiger Pedigrees. Verpaarungs-Varianten und deren Ergebnis:
Silver/Grey x Beige = 50/50 beide Farben  
Silver/Grey x Schwarz (mischerbig) = Beige, Schwarz und Silver/Grey zu gleichen Teilen  
Silver/Grey x Silver/Grey = je nach Abstammung der Elterntiere, entweder 50/50 Beige, Silver/Grey oder 100 % Silver/Grey