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Peterson Silbergrau WillowBees Mr LittleWillowBee's Mr Little   Copyright   U.Zietsch

Im FCI-Rasse Standard für den Mops, wird Großbritannien als Patronatsland genannt. Natürlich ist es nicht das Ursprungsland der Rasse, aber man muss es als Ursprung der gezielten, einheitlichen Zucht und des Ausstellungswesens benennen. Der erste Rassestandard wurde 1867 von "Stonehenge" geschrieben. Von ihm findet man auch 1891 die ersten Hinweise auf die Farbe Silbergrau!  
John Henry Walsh (21 October 1810 - 12 February 1888), englischer Autor welcher unter dem Pseudonym "Stonehenge" viele auch heute noch wichtige Bücher, u.a. über Hunderassen schrieb.   In seinem Buch aus dem Jahr 1891: "The Dogs of Great Britain, America and other Countries: Their Breeding, Training and Management in Health and Disease", finden wir auf Seite 158 eine Rassebeschreibung zum MOPS.

Zitat: THE PUG (...) During the decade 1840-1850, several admirers of pugs attempted to breed them from good foreign strains. Foremost among these was the then Lady Willoughby de Eresby, who, after a great deal of trouble, obtained a dog from Vienna which has belonged to a Hungarian countess, but was of bad color, being a mixture of the stone-fawn now peculiar to the "Willoughby strain", and black; but the combination of these colors was to a certain extent in the brindled form. From accounts which are to be relied on, this dog was about twelve inches high, and of good shape, both in body and head but had a a face much longer than would be approved of by pug fanciers. In 1846 he was mated  with a fawn bitch imported from Holland, of the desired color, viz., stone-fawn in body, with black mask and trace, but with no indication of brindle. She had a shorter face and heavier jowl than the dog, and was altogether in accordance with the type now recognized as the correct "Willoughby Pug" From this pair are descended all the strain named after Lady Willoughby de Eresby, which are marked in color by their peculiar cold stone-fawn, and the excess of black often showing itself, not in brindle stripes, but in entirely or nearly entirely black heads, and large "saddle marks"or wide "traces"(...)

DER MOPS (...) in den Jahren von 1840 bis 1850 bemühten sich einige Mops-Liebhaber um gute ausländische Blutlinien für die Zucht. Allen voran war die spätere Lady Willoughby de Eresby, welche mit viel Mühe einen Hund aus Wien erhielt, welcher einer ungarischen Gräfin gehörte. Er hatte eine schlechte Farbe, eine Mixtur aus Steingrau, nun das Besondere der "Willoughby-Linie", und schwarz, aber die Kombination dieser Farben in einer Art "ausgedehntes Brindle" (Hinweis: Brindled heißt auch: gesprenkelt!). Aus Unterlagen denen man vertrauen kann, geht hervor, dass dieser Hund ca. 30 cm hoch war und von schöner Erscheinung, in beiden Körper und Kopf (gute Proportionen), hatte aber eine viel längere Schnauze als von den Mopsliebhabern erwünscht. 1846 deckte dieser Hund eine beigefarbene Hündin aus Holland in der begehrten Farbe, und zwar, stein-beige (steingrau), mit schwarzer Maske und Aalstrich, aber ohne Anzeichen von Brindle. Sie hatte eine kürzere Schnauze und breitere Wangen als der Rüde und stimmte insgesamt mehr mit dem Typ, der heute als korrekter "Willoughby Mops" bekannt ist, überein. Von diesem Paar stammen alle Stämme, die nach Lady Willoughby de Eresby benannt wurden, ab, welche durch ihre besondere kalte stein-beige Fellfarbe und dem Übermaß von Schwarz, welches of nur noch zu sehen ist, nicht aber in Brindle-Streifen, aber komplett oder fast komplett schwarzen Köpfen, und ausgedehntem Sattel oder breiten Aalstrichen, bekannt sind.

Über die Herkunft des besonderen "Willoughby-Exemplars" wurde sehr lange diskutiert, auch darüber ob es sich um ein oder zwei Tiere handelte. Die von Stonehenge angegebene Zeitspanne ist ebenfalls etwas verwirrend, denn die ersten Registereinträge der Willoughby' s fand man um das Jahr 1867. Das Buch "The Pug-Dog - Its History and Origin" von Wilhelmia Swainston-Goodger, stammt aus dem Jahr 1930! Sie schreibt sehr viel über den wundersamen Willoughby-Stamm, hatte jedoch auch Korrespondenz mit anderen Mops-Züchtern der "ersten Stunde". Auf Seite 56 deutet sie an, dass Stonehenge durchaus den ersten Willoughby-Stamm mit dem der Mrs Mayhew verwechselt haben könnte. Ausschlaggebend hierfür ist die Aussage Stonehenge's, dass besagter Hund aus Wien stammte, denn in dem Buch "The Dog Book" von James Watson, wird ein Brief von E. Mayhew, der Sohn von Mrs Mayhew veröffentlicht. In diesem schreibt er unter anderem, dass ihr Nachbar Lord Willoughby, sein Originalexemplar von einer Seiltänzerin, welche als "the female Blondin" bekannt war und aus St.Petersburg stammte, bekam. Er beschreibt dieses Exemplar als silver-fawn aber mit einem übermäßigen Anteil an schwarz (smutty). Auch schreibt er, dass er damals, zurückkommend auf diese Farbe, sehr viele solcher fast schwarz geborenen Möpse, gesehen hatte.

Pups Silver-Grey Sandra Peterson Silbergraue Welpen werden sehr dunkel geboren, sehen fast aus wie schwarz.
Foto: Copyright Sandra Peterson


Die erste deutsche Rassebeschreibung findet man in dem Buch, "Rassen des Hundes" von Ludwig Beckmann 1894/1895. Beckmann hat mehr oder weniger die Beschreibungen von Stonehenge in die deutsche Sprache übersetzt, leider auch mit manch kleinen Übersetzungsfehler. Er beschreibt die aktuellen Mopsfellfarben als: Silbergrau und Gelbgrau

Ellen S. Brown schreibt in ihrem Buch "The complete Pug", erschienen 1997, folgendes über die Willoughby-Möpse. Zitat Seite 20/21: (...) The Willoughby Pugs were of darker color, sometimes called "pepper and salt", because of the mixture of fawn and black hair.(...) (...) Die Willoughby Möpse hatten eine dunklere Farbe, eine Mixtur aus Beige und Schwarz, darum wurden sie oft als "Pfeffer und Salz" bezeichnet.(...) Fassen wir also die Beschreibungen der wundersamen Willoughby-Möpse zusammen: Eine Mixture aus Steingrau und Schwarz, übermäßiger Schwarz-Anteil, ganz oder fast ganz schwarze Köpfe, bei näherer Betrachtung wie "Pfeffer und Salz" (was aller Wahrscheinlichkeit auch Stonehenge mit der Bezeichnung: "in a brindled form" meinte!), hervorragender Körperbau. Die Welpen werden fast schwarz geboren. Ich bitte Sie, da muss man doch blind sein um nicht zu bemerken, dass hier genau unser "Peterson Silbergrau" gemeint ist! Er ist der Ursprung aller heutigen Mops-Stämme!! Womit bitte hat es dieser Farbschlag verdient, heutzutage so verpöhnt zu werden? Warum wird er vom FCI/VDH nicht anerkannt? Auf Ausstellungen dermaßen diskriminiert? Hat diese wunderschöne Fellfarbe es nicht verdient, nach annähernd 140 Jahren, endlich die wohlverdiente Anerkennung zu bekommen?


Übersetzung der Nachforschungen von Sandra Peterson zum Silbergrauen:
Nachzulesen in englischer Sprache auf ihrer Homepage silverpug.cc

In alten Büchern gibt es viele Hinweise zum silbergrauen Mops. Ich habe welche bis ins späte 18. Jahrhundert gefunden. (mehrere von Königin Viktoria)

Als Beispiel folgender Auszug aus dem Buch „Pug Dog Miscellany“ von G. Featherstone, aus den 1950er Jahren:
Queen Victoria's Pugs (veröffentlicht im Ladies Kennel Journal. 1896)

“Manche Obrigkeit datiert den Mops weiter als die Herrschaft von William III zurück, “Stonehenge” spricht sogar über eine rein britische Rasse aus den frühesten Zeiten….der Ursprung der Rasse wurde in China, Russland und Holland vermutet, es gibt verschiedene Meinungen. Tatsache ist jedoch, dass der Mops für mehrere Jahrhunderte ein beliebter Hund in Holland war. Der dänische König William III brachte den Mops nach England als beliebtes Prestige in Adelskreisen und die Königin bekam einige ihrer Möpse aus Holland. Die Windsor Möpse gehörten beiden Stammlinien an. Die eine wurde circa 50 Jahre früher durch Lady Willoughby de Eresby bekannt, die andere durch Mr. Morrison welcher sagte, er habe den Mopsbestand von Königin Charlotte`s Zwinger erhalten, in welchem die Stammlinie von König William`s Favoriten verewigt sind – einige beige und silbergraue Exemplare waren zum Beispiel in Darmstadt erhältlich…“

Folgender Artikel wurde zum Gespräch in Adelskreisen, es wurde ein besonderer silbergrauer Mops erwähnt, welcher in Besitz von Prinzessin Margaret von Connaught war.

"Ayah ist ein silbergrauer Mops, nicht für Ausstellungen geeignet, aber mit vielen guten Eigenschaften. Ihr Fell ist seidig und dick, ihre Augen dunkel und groß, ihre Maske und Zeichen sind sehr gut definiert, ihr Gebäude ist herrlich. Vernünftig verpaart, wäre Ayah eine sehr gute Zuchthündin.“ 


Aus dem Buch "A History and Description of the Modern Dogs ofGreat Britain and Ireland (Non-Sporting Division).  Including Toy, Pet, Fancy, And Ladies' Dogs.", veröffentlicht von Rawdon B. Lee 1899 stammt folgender Auszug einer Auseinandersetzung über die Herkunft des schwarzen Mops:

"Die Farbvariante schwarz ist, auf jeden Fall mittlerweile deutlich gut verbreitet, auf gut organisierten Ausstellungen gibt es bereits eigene Klassen für schwarze Möpse, welche auch gut gefüllt sind. Mrs Fifield von Eastleigh, Southampton, der einige hervorragende Exemplare gehören, welche ursprünglich aus der Brassey-Linie stammen, sagt, dass wenn man Schwarze Möpse verpaart sie immer rassetreu in Art und Farbe vererben, jedoch fällt auch in fast jedem Wurf ein graues Exemplar, perfekt in Maske und Abzeichen. Mrs Fifield züchtete jedoch nie mit einem schwarzen aus einer Grau-Verpaarung." 

Später in diesem Kapitel, bezieht Lee sich auf eine "Miss Mortivals" und ihr Zucht-Programm der schwarzen Linie: 

... "Bei der Verpaarung einer beigefarbenen Hündin mit Nap (schwarz) war immer die Hälfte des Wurfes ganz schwarz, die anderen hell – aber nie beige - mit ausgeprägten Markierungen. Ich fand diese Zucht schwierig, also habe ich mich vor etwa achtzehn Monaten entschlossen mit frischem Blut zu züchten und habe mir eine erstklassige, beigefarbene Hündin, welche das Blut von Loris, Stately und Diamond hatte gekauft und verpaarte sie mit Nap II. Gleichzeitig sandte ich eine schwarze Tochter von Nap zu dem beigefarbenen Rüden Confidence." "Aus diesen Verpaarungen gingen Welpen hervor, die entweder ganz schwarz oder ganz klar silber-beige(silver-fawn) waren, nicht so dunkel mit schwarz gemischt wie die Ausstellungshunde von zwei ihrer Vorfahren. Noch nie war so etwas seltsames in der Zucht vorgekommen, der eigentliche Grund für die Einführung von frischem Blut war, um den Schwarzen mehr die Qualität der beigefarbenen anzuzüchten, wie das kurze Gesicht, einen besseren Körperbau und kürzere Beine. Die Abkömmlinge dieser blutvermischenden Nap II, Loris und Confidence Verpaarungen erhalten zwar die Farbe, aber das Fell wurde besser und dicker als das der früheren Schwarzen. „Aus diesen zwei Mischverpaarungen gingen sechs Welpen hervor, vier davon tief schwarz, zwei in reinem silber und eines in silber-beige(silver-fawn), welches die schönste Farbe war. Das Fell und die anderen typischen „Mopsmerkmale“ waren deutlich verbessert….“
 

Aus dem Buch, "Die Hunde von Großbritannien, Amerika und anderen Ländern" von Stonehenge, veröffentlicht in 1879:

  „Von 1840-50 versuchten einige Mopsbewunderer mit guten fremden Linien zu züchten. Allen voran die damalige Lady Willoughby de Eresby, die nach viel Mühe einen Mops aus Wien bekam, welcher im Besitz einer ungarischen Gräfin war. Leider hatte er eine schlechte Farbe, eine Mischung aus stein-beige(steingrau) (bekannt geworden durch die Willoughby Linie) und schwarz….1846 wurde er mit einer beigefarbenen Hündin aus Holland, in der begehrten Farbe stein-beige(steingrau) mit schwarzer Maske und deutlichem Aalstrich, verpaart….Sie hatte eine kürzere Schnauze, breitere Wangen Und war ganz im Einklang mit dem Typ der jetzt als der richtige „Willoughby Mops“ bezeichnet wurde. Von diesem Paar stammen alle Linien ab, welche nach Lady Willouhgby de Eresby benannt sind. Diese zeichnen sich durch ihre eigentümliche Farbe stein-beige(steingrau), ihren Übermaß an schwarz (nicht geströmt) und in ganz oder fast ganz schwarzen Köpfen, in großen Flecken an den Schultern und einem breiten Aalstrich aus.

Eine alte Österreichische Sammelkarte stellt eindeutig drei verschiedene Mopsfarben dar.

Zum Vergleich dieses Foto: Schwarz, Beige und Silbergrau
Copyright Sandra Peterson

Auf der Rückseite der Sammelkarte ist zu lesen:
Der Mops ist ein kleiner Hund aus der guten alten Zeit, jedoch heute eher rar.
.....
Er hat kurzes Fell gewöhnlich in den Farben gelblich oder Silbergrau. Er hat immer eine schwarze Maske und einen schwarzen Aalstrich in der mitte des Rückens. Rein schwarze Exemplare waren schon immer rar. Die Schulterhöhe beträgt 30-32 cm.



Eine alte Postkarte mit dem ausgestopften Exemplar eines blauen Mops von Mrs Bellamy. Er befand sich im British Museum (Natural History Abteilung), wurde jedoch bei einem Transport zu einer Ausstellung gestohlen.

Im Buch von G. Featherstone gibt es einen Hinweis auf einen blauen Mops: „Der blaue Mops“ Aus dem Standard von 1913.

Der Blaue Mops ist endlich da. – Zwei Exemplare waren die Attraktion auf der Pet Dog Show in der Horticultural Hall. Die Tiere wurden von Miss G. Bellamy gezüchtet, welche unserem Berichterstatter alles darüber erzählte. Bis zur Geburt dieser Tiere, im September vergangenen Jahres, war ein blauer Mops undenkbar. Es gab bereits blaue Pomeranian, blaue Chow-Chow, blaue Doggen und blaue Katzen, der einzige Ansatz der Farbe blau beim Mops war ein „grauer Schatten“.

In Dogland ist er die Neuheit von heute aber in der Zukunft ist es durchaus möglich, dass es auf Ausstellungen eine spezielle Klasse für blaue Möpse gibt.“
In dem Buch von FT Barton „Our dogs and all about them“ wird ebenfalls ein blauer Mops erwähnt.

Der einzige andersfarbige Mops ist aus der Linie der Blauen Möpse von Miss Bellamy, von denen ein ausgestopftes Exemplar im British Museum (Natural History Abteilung) zu finden ist. Diese Linie bildete sich auf eigentümliche Weise. 
Miss Little verpaarte einen beigefarbenen mit einem schwarzen Mops. In dem Wurf befanden sich zwei creamfarbige Welpen mit  schokoladenfarbigen Zeichen und  ein komplett schokofarbener,  in einem anderen Wurf war ein brauner. Ein schwarzer Sohn dieses Rüden, war der Deckrüde von den „Bellamy Blauen“. 
Diese blauen Möpse sind sehr selten und wurden nie populär.